Geschichtliches zur Dannenwalder Mühle

Die erste urkundliche Erwähnung findet die Dannenwalder Mühle 1438. Dieses Datum geht auf einen Lehnbrief des Markgrafen Friedrich des Jüngeren an Meynicke Crusemarcke zurück. Im Lehnbrief Friedrichs des Jüngeren an Cune Crusemarke wird jedoch bereits Dannenwalde mit der Mühle daselbst erwähnt. Cuno Crusemarkes Tod 1437 legt nahe, daß die Mühle an der Beke bereits vorher bestanden hat. Herr Steffen gibt als Jahr des Lehnbriefes etwa 1415 an.

In den folgenden Jahren der Gutsleitung durch die Familie Krusemark bzw. Krüsicke findet die Mühle bzw. Müllen wiederholt Erwähnung ohne Angabe ihrer wirtschaftlichen Bedeutung oder ihrer Müller. Um 1770 bei einer urkundlichen Aufzählung der Einwohner des Dorfes Dannenwalde wird als Müller Friedrich Leu genannt. Bei der Übernahme des Gutes 1784 durch Herrn Otto Georg v. Rohr wird erwähnt, daß er den Müller Leue als Erbpächter anerkannte. Im Kirchenbuch von Dannenwalde findet sich zur gleichen Zeit der Mühlenmeister Johann Friedrich Leu geb. 8.4.1736 in Netzband (Vater Carl Leu, Mühlenmeister zu Netzband, Mutter Marie Witkoppen). Er starb am 19.12.1796 bei einem Arbeitsunfall in der Mühle. Gleichzeitig wird im Kirchenbuch ein Müllermeister Joachim Heinrich Leu geführt (verheiratet mit Elisabeth Hüselitz aus Holzhausen geb. 2.11.1732 gest. 7.7.1808), dem in Dannenwalde 5 Kinder geboren sind. Ob Heinrich Leu der Sohn oder der Bruder von Friedrich Leu war, ist uns nicht bekannt. Es finden sich auch keine Eintragungen über Heinrich Leus Tod. Während uns von Friedrich Leu sonst keine Kinder bekannt sind, hatte Joachim Heinrich Leu mindestens 4 Kinder. Sein Sohn Caspar Joachim Friedrich Leu (geb.2.1.1771 gest. 1.3.1820) heiratete Catharine Marie Colpins und wurde auch Mühlenmeister in Dannenwalde. Er hatte 6 Kinder, von denen sein ältester Sohn Johann Friedrich Leu ebenfalls Müllermeister wurde. Er starb jedoch am 7.4.1814 bereits als Soldat.

Die große alte Linde am Mühleneingang ist jetzt etwa 190 Jahre alt. Sie könnte entweder anläßlich des Todes von Johann Friedrich Leu oder 1806 aus Freude über die nach 4 Töchtern langersehnte Geburt eines weiteren Sohnes von Caspar Leu gepflanzt worden sein. Nach dem frühen Tod von Johann Friedrich Leu wurde dann sein jüngerer Bruder Carl Friedrich Leue Mühlenbesitzer (geb. 7.12.1806 gest. 28.12.1854). Auf ihn bezieht sich wahrscheinlich die Inschrift im Schweinestall neben dem Mühlengebäude C. Leue 1846. Er heiratete 1838 Sophie Dorothée Schleif. Sie hatten zusammen 8 Kinder, davon 4 Jungen: Carl Heinrich Wilhelm Leu geb. 18.11.1842, Otto Gustav Leu geb. 2.6.1845, Albert August Leu geb. 1.3.1849 und Gustav Friedrich Leu geb. 4.6.1851. Beim Tod des Vaters waren alle Kinder noch minderjährig. Möglicherweise wurde danach sein Neffe August Robert Gutke Mühlenbesitzer (geb. 1.6.1824 gest. 3.5.1859, Vater Müller Friedrich Wilhelm Albrecht Gottlieb Gutke, Mutter Friederike Catharine Elisabeth Leue, eine Schwester von Carl Leue). Zumindest wird er bei seiner Heirat 1855 im Kirchenbuch so bezeichnet. Carl Leus Tochter Friederike Berta heiratete 1864 den Mühlenmeister und Mühlenbesitzer Theodor Friedrich Wilhelm Wiese in Schönebeck. Carl Leus Tochter Minna Sophie Leu heiratete 1875 den Mühlenbesitzer Friedrich August Vettin zu Bantikow, seine Tochter Anna Louise Leu heiratete 1871 Benno von Sobbe. Während seine letzte Tochter nach Vettin heiratete, ist der Verbleib seiner Frau und seiner Söhne nicht dem Kirchenbuch von Dannenwalde zu entnehmen. Wahrscheinlich hatte die Familie Leu die Mühle noch eine Zeit bewohnt.

Erst 1881 -1884 findet sich in den Kirchenbüchern als Mühlenpächter in Dannenwalde Herr Herman Jürgens. Von 1889 - 1897 ist Reinhold Bendix Mühlenmeister in Dannenwalde. Der aus Ostpreußen stammende Otto Karper wird 1905 als Mühlenmeister, ab 1908 auch als Bäckermeister in Dannenwalde erwähnt. Er heiratete 1900 die Mühlenbesitzertochter Ida Dohrmann aus Schönebeck. Von ihm oder von seinem Sohn, dem Bäckermeister Otto Friedrich Arthur Karper (geb. 21.12.1908) stammt wohl die Inschrift "Bäckerei, Mehlprodukte Handlung von Otto Karper" am Mühlengebäude.

1908 starb auch der Gutsherr Otto Albrecht von Rohr und Joachim v. Oppen mit seiner Frau Anna geb. v.Rohr übernahmen das Gut Dannenwalde.

Müller August Wilhelm Hermann Zädow (geb. 17.9.1879 in Langenow, gest. 23.1.1936) heiratete 1910 Otto Karpers Schwägerin, die Mühlenbesitzertochter Elli Anna Bertha Dohrmann aus Schönebeck und wurde Mühlenmeister in Dannenwalde. Da die Familie Karper über den Schwiegersohn Paul Otto Hermann Liebich mit dem Mühlenbauer Wilhelm Otto Ernst Rudolf Hube aus Berlin verschwägert war, dürfte die Motorisierung der Dannenwalder Mühle mit seiner Hilfe in der Zeit von August Wilhelm Hermann Zädow erfolgt sein. Damals wurde im Mühlteich gestaut und mit Wasserkraft gemahlen. Wenn die Wassermenge nicht reichte konnte der Motor ergänzend genutzt werden. Müller Zädow hatte 2 Kinder. Sein Sohn August Arnold Paul Zädow (geb. 1.4.1911) wurde Müllermeister und übernahm 1936 die Mühle. Er heiratet 1942 Gertrud Lina Martha Bäker. Als er im 2.Weltkrieg Soldat wurde, betrieb seine Frau und während seiner Gefangenschaft auch der angestellte Müller Erwin Richard Otto Krüger den Mühlbetrieb.

Im Rahmen der Bodenreform wurde die vorher zum Gut gehörende Mühle in Volkseigentum umgewandelt. Als Pächter konnte Müller Zädow nach Entlassung aus der Französischen Kriegsgefangenschaft den Mahlbetrieb weiterführen. Da das hölzerne Mühlrad inzwischen jedoch zerstört war, wurde nur noch elektrisch gemahlen. Mit Müllermeister Zädow endete der Mahlbetrieb. Von seinen drei Kindern, 1 Mädchen und 2 Jungen hat keiner mehr das sterbende Müllerhandwerk erlernt. Seine Frau verließ 1985 nach dem Tod ihres Mannens baufällige Mühlengebäude schweren Herzens, nachdem ein Kellergewölbe einstürzte.

Im Jahre 1990 beschloß die Gemeinde Dannenwalde, das Mühlengebäude vor dem endgültigen Verfall zu retten. Aufgrund der hohen Sanierungskosten blieb nur der Verkauf mit Verpflichtung zur Restaurierung, dazu wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. So erwarben wir 1991 das Mühlengebäude. Seit 1995 ist die Mühle zu besichtigen. Sie wird derzeit als Hotel und Tagungsstätte genutzt.

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Entwurf und Copyright BekeMühle Dannenwalde Dr. F. Martens/Dr. U. Martens Berlin März 2009